Kurzinfo
Lady Day. Strange Fruit. Jazzlegende, deren Stimme den Schmerz einer Nation trug.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Eleanora Fagan wurde als Tochter der jugendlichen Eltern Sadie Fagan und Clarence Holiday geboren. Ihre frühe Kindheit war von Armut und Instabilität geprägt, da ihre Eltern nie heirateten und ihr Vater die Familie früh verließ.
Die junge Eleanora zog mit ihrer Mutter nach Baltimore, die lange Stunden als Hausangestellte arbeitete. Sie wurde oft bei Verwandten gelassen und war mit Vernachlässigung und Instabilität konfrontiert.
Billie erlebte traumatische Ereignisse, darunter einen Übergriff im Alter von 10 Jahren und die Einweisung in eine katholische Besserungsanstalt. Diese frühen Härten sollten später ihre Musik und ihr persönliches Leben beeinflussen.
Billie folgte ihrer Mutter nach Harlem, dem Zentrum der afroamerikanischen Kultur während der Harlem-Renaissance. Sie begann in Bordellen und Nachtclubs zu arbeiten und lernte das lebhafte Musikviertel kennen.
Billie begann in verschiedenen Nachtclubs in Harlem aufzutreten und entwickelte ihren einzigartigen Gesangsstil. Sie nahm den Künstlernamen Billie Holiday an, wobei sie ihren Vornamen von der Schauspielerin Billie Dove übernahm.
Produzent John Hammond entdeckte Billie beim Singen in einem Harlem-Club und war von ihrer einzigartigen Phrasierung und emotionalen Darbietung fasziniert. Er arrangierte ihre erste Aufnahmesession und wurde ein lebenslanger Förderer.
Billie gab ihr Aufnahmedebüt mit Benny Goodmans Orchester und nahm 'Your Mother's Son-In-Law' und 'Riffin' the Scotch' auf. Diese frühen Aufnahmen zeigten bereits ihren unverwechselbaren Stil.
Billie unterschrieb bei Brunswick Records und begann mit Pianist Teddy Wilson aufzunehmen. Ihre Zusammenarbeit produzierte zahlreiche Jazz-Klassiker und etablierte sie als führende Jazzsängerin.
Billie tourte als Hauptsängerin mit Count Basies Orchester, einer der führenden Big Bands der Swing-Ära. Diese Erfahrung brachte sie einem größeren Publikum näher und verfeinerte ihre Bühnenpräsenz.
Billie wurde eine der ersten schwarzen Frauen, die mit einem weißen Orchester arbeitete, als sie Artie Shaws Band beitrat. Sie erlebte während der Tourneen schwere Diskriminierung und sah sich rassistischer Segregation ausgesetzt.
Billie nahm 'Strange Fruit' auf, einen eindringlichen Protestsong über Lynchmorde im amerikanischen Süden. Columbia weigerte sich, ihn zu veröffentlichen, also erschien er bei Commodore Records und wurde zu einer der wirkungsvollsten Protestaufnahmen der Geschichte.
Billie heiratete den Posaunisten Jimmy Monroe und begann damit ein Muster problematischer Beziehungen mit Männern, die mit Drogen zu tun hatten. Monroe führte sie in Opium ein und trug zu ihrer lebenslangen Suchtabhängigkeit bei.
Billie unterschrieb bei Decca Records und begann eine ihrer kommerziell erfolgreichsten Phasen. Sie nahm populäre Hits wie 'Lover Man' auf und produzierte einige ihrer emotional ergreifendsten Aufnahmen.
Billie wurde wegen Heroinbesitzes verhaftet und zu einer Bundesgefängnisstrafe verurteilt. Sie verbrachte fast ein Jahr dort und wurde nach ihrer Entlassung die Cabaret-Karte verweigert, was sie daran hinderte, in New Yorker Clubs aufzutreten.
Nur zehn Tage nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis gab Billie ein ausverkauftes Konzert in der Carnegie Hall. Die emotionale Darbietung demonstrierte ihre anhaltende künstlerische Brillanz trotz persönlicher Kämpfe.
Billie unterschrieb bei Norman Granz' Verve Records und begann ihre letzte große Aufnahmephase. Trotz nachlassender Gesundheit produzierte sie zutiefst bewegende Aufnahmen, die reife musikalische Weisheit zeigten.
Billie veröffentlichte ihre Autobiografie 'Lady Sings the Blues', die sie zusammen mit William Dufty schrieb. Das Buch diskutierte offen ihr schwieriges Leben und wurde ein Bestseller sowie kultureller Meilenstein.
Billie Holiday starb im Metropolitan Hospital an Leberzirrhose, verschlimmert durch Herzerkrankung. Sie war erst 44 Jahre alt, hatte aber die Jazzgesangskunst für immer verändert und ein Vermächtnis hinterlassen, das Generationen von Musikern beeinflusste.