Kurzinfo
Architekt von Fall Gelb. Wehrmacht-Stratege, der Frankreich in sechs Wochen zerschlug.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Fritz Erich Georg Eduard von Lewinski wurde in eine preußische Militärfamilie hineingeboren. Er wurde von seiner kinderlosen Tante und seinem Onkel, den von Mansteins, adoptiert und erbte deren angesehene militärische Abstammung.
Manstein trat in das preußische Kadettenkorps ein und begann seine militärische Ausbildung. Er zeichnete sich in seinen Studien aus und wurde als zukünftiger Offizier von außergewöhnlicher Begabung eingestuft.
Manstein wurde zum Leutnant im 3. Preußischen Garderegiment zu Fuß ernannt. Er diente in Eliteeinheiten und begann, die taktische Expertise zu entwickeln, die seine Karriere kennzeichnen sollte.
Manstein diente während des Ersten Weltkriegs als Adjutant und Stabsoffizier. Er wurde im November 1914 in Polen schwer verwundet, kehrte aber in den Dienst zurück und diente an mehreren Fronten.
Nach Deutschlands Niederlage trat Manstein in die kleine, durch den Versailler Vertrag erlaubte Reichswehr ein. Er wurde Teil der geheimen Aufrüstungsbemühungen und half bei der Entwicklung neuer taktischer Doktrinen.
Manstein wurde Chef der Operationsabteilung des Generalstabs des Heeres. Er half bei der Planung von Deutschlands militärischer Expansion und entwickelte das strategische Denken, das die frühe Kriegszeit prägen sollte.
Manstein entwickelte den 'Sichelschnitt'-Plan für die Invasion Frankreichs und schlug einen Panzervorstoß durch die Ardennen vor. Hitler übernahm den Plan, der zu Frankreichs schneller Niederlage führte.
Manstein befehligte während des Frankreichfeldzugs ein Infanteriekorps und demonstrierte die taktische Brillanz, die sein Plan ermöglicht hatte. Der Feldzug dauerte nur sechs Wochen und schockierte die Welt.
Manstein befehligte das 56. Panzerkorps während der Invasion der Sowjetunion. Er erzielte rasche Vorstöße, nahm aber auch an Operationen teil, die Kriegsverbrechen gegen Zivilisten beinhalteten.
Manstein leitete die Belagerung und Eroberung von Sewastopol, der stärksten Festung der Welt. Der Sieg brachte ihm die Beförderung zum Generalfeldmarschall ein, dem höchsten Rang in der deutschen Armee.
Nach der Stalingrad-Katastrophe führte Manstein eine brillante Gegenoffensive durch, eroberte Charkow zurück und stabilisierte die Front. Dies gilt als einer der größten operativen Siege der Militärgeschichte.
Manstein befehligte die Heeresgruppe Süd bei Kursk, der größten Panzerschlacht der Geschichte. Obwohl die deutsche Offensive scheiterte, schlugen sich seine Truppen gut. Die Niederlage markierte das Ende der deutschen strategischen Initiative.
Manstein wurde von Hitler entlassen, nachdem er für flexiblere Defensivtaktiken plädiert hatte. Hitler überreichte ihm das Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten, weigerte sich aber, seine strategischen Ratschläge zu berücksichtigen.
Manstein ergab sich am Ende des Krieges den britischen Streitkräften. Er wurde zunächst als Zeuge in Nürnberg festgehalten und dann wegen Kriegsverbrechen angeklagt, einschließlich der Ermordung von Juden und Zivilisten.
Manstein wurde von einem britischen Militärgericht wegen Vernachlässigung des Schutzes ziviler Leben und anderer Anklagen verurteilt. Er wurde zu 18 Jahren verurteilt, aber 1953 aus gesundheitlichen Gründen freigelassen.
Manstein starb im Alter von 85 Jahren in München. Seine Memoiren 'Verlorene Siege' prägten die Darstellung der deutschen Militärs als von NS-Verbrechen distanzierte Profis, eine Sichtweise, die später von Historikern hinterfragt wurde.