Kurzinfo
Schwert Spaniens. General, der Isabellas II. Herrschaft durch Gewalt und Willen dominierte.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Ramón María Narváez wurde in Loja, Granada, in Spanien geboren. Er entstammte einer Familie mit militärischer Tradition und sollte selbst zu einem der einflussreichsten Generäle und Politiker Spaniens im 19. Jahrhundert werden.
Mit fünfzehn Jahren trat Narváez in die spanische Armee ein. Er begann seine militärische Karriere in einer Zeit politischer Turbulenzen, als Spanien um die Nachwirkungen der napoleonischen Invasion kämpfte.
Narváez nahm an Operationen gegen liberale Aufstände teil und bewies früh seine Loyalität zu konservativen monarchistischen Kräften. Diese Erfahrungen formten seine politische Ausrichtung für den Rest seines Lebens.
Nach dem Tod Ferdinands VII. unterstützte Narváez die Regentschaft von Maria Christina gegen die karlistischen Ansprüche. Er kämpfte im Ersten Karlistenkrieg und gewann Ansehen als fähiger Militärkommandant.
Narváez wurde zum General befördert, nachdem er sich in mehreren Schlachten des Karlistenkrieges ausgezeichnet hatte. Seine militärischen Erfolge machten ihn zu einer wichtigen Figur in der spanischen Politik.
Narváez spielte eine entscheidende Rolle beim Sturz des Regenten Espartero. Er führte die Truppen, die den progressiven Regenten zwangen, Spanien zu verlassen, und festigte damit die konservative Kontrolle über die spanische Politik.
Narváez wurde zum ersten Mal Ministerpräsident von Spanien und begründete damit die 'Década Moderada', ein Jahrzehnt konservativer Herrschaft. Er reformierte die Verwaltung und stabilisierte die Staatsfinanzen.
Unter Narváez' Führung wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die die Macht der Krone stärkte und das Wahlrecht einschränkte. Diese Verfassung prägte Spaniens politische Struktur für Jahrzehnte.
Während der europäischen Revolutionen von 1848 hielt Narváez Spanien mit eiserner Hand unter Kontrolle. Er unterdrückte jeden Versuch eines Aufstands und machte Spanien zu einem der wenigen Länder ohne Revolution in diesem Jahr.
Narváez kehrte als Ministerpräsident zurück und setzte seine konservative Politik fort. Er verstärkte die Polizeimacht und schränkte die Pressefreiheit ein, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten.
Königin Isabella II. verlieh Narváez den Titel Herzog von Valencia in Anerkennung seiner Dienste für die Krone. Der Titel spiegelte seinen Status als mächtigster Mann in Spanien wider.
Narváez bildete erneut eine Regierung und versuchte, zwischen Moderados und Progresistas zu vermitteln. Die politischen Spannungen blieben jedoch hoch, und seine Regierung war kurzlebig.
Narváez übernahm zum letzten Mal das Amt des Ministerpräsidenten. Er regierte mit zunehmender Härte und unterdrückte alle Opposition. Seine Regierung war von Repression und politischer Instabilität geprägt.
Narváez schlug einen Militäraufstand in Madrid brutal nieder. Die Hinrichtungen und Verbannungen, die folgten, verschärften die Opposition gegen seine Regierung und die Monarchie Isabellas II.
Narváez starb in Madrid, wenige Monate bevor die Revolution von 1868 Königin Isabella II. stürzte. Als man ihn auf dem Sterbebett fragte, ob er seinen Feinden vergebe, soll er geantwortet haben: 'Ich habe keine Feinde. Ich habe sie alle erschossen.'