Kurzinfo
Vom Leibwächter Alexanders zum Herrscher eines Reiches von Anatolien bis Indien. Geduld und Timing gewannen, was rohe Gewalt nicht konnte.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Seleukos wurde in den makedonischen Adel hineingeboren, als Sohn des Antiochos, eines Generals unter Philipp II. Sein Geburtsort in Obermakedonien stellte ihn unter die Kriegeraristokratie, die die faehigsten Kommandeure Alexanders des Grossen hervorbrachte.
Der junge Seleukos erhielt Ausbildung am makedonischen Hof zusammen mit anderen adeligen Jungendlichen. Er lernte Militaertaktik, griechische Literatur und die Kunst des Herrschens, die ihm beim Aufbau seines eigenen Reiches Jahrzehnte spaeter dienen wuerde.
Seleukos ueberquerte als Kommandeur in der Armee Alexanders des Grossen nach Asien. Obwohl noch nicht unter den hoechsten Generaelen, zeichnete er sich in den Feldzuegen aus, die das Perserreich zerstoeren und die antike Welt neu gestalten sollten.
Seleukos nahm an Alexanders entscheidendem Sieg ueber Dareios III bei Gaugamela teil. Diese Schlacht beendete effektiv das Perserreich und oeffnete ganz Asien fuer die makedonische Eroberung, Territorien die Seleukos spaeter als seine eigenen beanspruchen wuerde.
Alexander befoerderte Seleukos zum Kommandeur der Hypaspisten, der Elite-Infanteriegarde. Diese prestigetraechtige Position versetzte ihn in Alexanders inneren Kreis und demonstrierte seine militaerischen Faehigkeiten in den harten Feldzuegen Zentralasiens.
Auf Alexanders Befehl heiratete Seleukos Apama, die Tochter des baktrischen Kriegsherrn Spitamenes. Im Gegensatz zu anderen Generaelen, die nach Alexanders Tod ihre persischen Frauen verstiessen, blieb Seleukos mit Apama verheiratet, die ihm seinen Erben Antiochos gebar.
Alexanders ploetzlicher Tod in Babylon loeste Jahrzehnte des Krieges zwischen seinen Generaelen aus. Seleukos erhielt zunaechst kein Territorium in der Aufteilung, wurde aber zum Kommandeur der Elite-Hetairenreiterei ernannt, was ihn fuer kuenftige Macht positionierte.
Bei der Neuaufteilung der Territorien in Triparadeisos erhielt Seleukos die reiche Satrapie Babylon. Diese strategische Provinz am Kreuzweg der antiken Handelsrouten wurde zum Fundament seines kuenftigen Reiches.
Als der maechtige Antigonos seine Unterwerfung forderte, weigerte sich Seleukos und floh nach Aegypten, wo er sich Ptolemaios' Koalition gegen Antigonos anschloss. Dieses voruebergehende Exil lehrte ihn die Bedeutung von Buendnissen und Geduld im Kampf um die Macht.
Mit nur einer kleinen Armee eroberte Seleukos brillant Babylon von Antigonos' Garnison zurueck. Diese dramatische Rueckkehr markierte die Gruendung der Seleukidischen Aera, des Kalendersystems das in seinem Reich Jahrhunderte lang verwendet werden sollte.
Seleukos startete Feldzuege in die oestlichen Provinzen und stellte die makedonische Kontrolle ueber Baktrien, Sogdien und Territorien bis zum Indus wieder her. Seine oestlichen Eroberungen sicherten wichtige Ressourcen und begruendeten seinen Ruf als grosser Eroberer.
Dem Beispiel anderer Diadochen folgend, proklamierte sich Seleukos zum Koenig und nahm den Titel Basileus an. Sein Reich erstreckte sich nun von Syrien bis Indien, das groesste der Nachfolgerkoenigreiche und Erbe des Grossteils von Alexanders asiatischen Eroberungen.
Seleukos schloss einen Vertrag mit dem indischen Kaiser Chandragupta Maurya und trat oestliche Territorien im Austausch fuer 500 Kriegselefanten ab. Diese Elefanten sollten in seinen kuenftigen Schlachten entscheidend sein und der Vertrag brachte dauerhaften Frieden mit Indien.
Seleukos' Kriegselefanten erwiesen sich bei Ipsos als entscheidend, wo die Koalition Antigonos besiegte und toetete. Diese Schlacht beendete die Bedrohung dass Antigonos Alexanders Reich wiedervereinigen koennte und etablierte Seleukos als dominierende Macht in Asien.
Seleukos gruendete Antiochia am Orontes und benannte es nach seinem Vater. Die Stadt wurde ein bedeutendes Zentrum hellenistischer Zivilisation und sollte schliesslich mit Alexandria rivalisieren, fuer Jahrhunderte als seleukidische Hauptstadt dienend.
Seleukos ernannte seinen Sohn Antiochos zum Mitregenten der oestlichen Provinzen und sicherte so eine stabile Nachfolge. Er gab Antiochos auch seine junge Frau Stratonike und etablierte ein Muster dynastischer Ehen das hellenistische Koenigreiche charakterisierte.
Mit 75 Jahren fuehrte Seleukos persoenlich seine Armee zum Sieg ueber Lysimachos bei Korupedion, der letzten grossen Schlacht der Diadochen. Dieser Sieg gab ihm die Kontrolle ueber Kleinasien und machte ihn zum letzten ueberlebenden General Alexanders.
Als Seleukos uebersetzte um Makedonien selbst zu beanspruchen, wurde er von Ptolemaios Keraunos ermordet, einem Fluechtling den er beherbergt hatte. Der groesste von Alexanders Nachfolgern starb in Sichtweite seiner Heimat und hinterliess ein Reich das sich von der Aegaeis bis nach Afghanistan erstreckte.