Kurzinfo
Zu wissen, was richtig ist, und es nicht zu tun, ist die schlimmste Feigheit.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Kong Qiu, später bekannt als Konfuzius, wurde in Qufu im Staat Lu geboren. Der Überlieferung nach war er ein Nachkomme der königlichen Familie der Shang-Dynastie. Sein Vater Shuliang He war ein älterer Militäroffizier, der starb, als Konfuzius noch jung war.
Konfuzius' Vater starb, als er erst drei Jahre alt war. Seine Mutter Yan Zhengzai zog ihn in Armut auf und vermittelte ihm trotz ihrer bescheidenen Verhältnisse die Bedeutung von Bildung und moralischer Kultivierung.
Mit fünfzehn Jahren widmete sich Konfuzius dem Lernen. Er studierte die Sechs Künste, die für einen Edelmann wesentlich sind: Ritual, Musik, Bogenschießen, Wagenlenken, Kalligraphie und Mathematik. Dies markierte den Beginn seines lebenslangen Strebens nach Wissen und moralischer Vollkommenheit.
Konfuzius heiratete eine Frau aus der Qiguan-Familie von Song. Kurz darauf wurde sein Sohn Kong Li (Boyu) geboren. Der Herzog von Lu sandte einen Karpfen als Geschenk zur Feier der Geburt, und Konfuzius nannte seinen Sohn Li, was 'Karpfen' bedeutet.
Konfuzius' Mutter starb, als er dreiundzwanzig war. Er beobachtete eine dreijährige Trauerzeit und demonstrierte damit die kindliche Pietät, die zentral für seine Lehren werden sollte. Diese Erfahrung vertiefte sein Verständnis von Ritual und familiären Pflichten.
Konfuzius übernahm seine erste offizielle Position als Verwalter der staatlichen Getreidespeicher. Er erfüllte seine Pflichten mit außergewöhnlicher Sorgfalt und Fairness und sorgte für genaue Maße und ehrliche Buchführung. Diese Erfahrung lehrte ihn die Bedeutung von Vertrauenswürdigkeit in der Regierung.
Konfuzius reiste zur Zhou-Hauptstadt Luoyang, um die alten Rituale und Musik an ihrer Quelle zu studieren. Der Überlieferung nach traf er während dieses Besuchs den legendären Weisen Laozi und studierte die umfangreichen Archive der zeremoniellen Praktiken der Zhou.
Politische Unruhen in Lu zwangen Konfuzius, Zuflucht im benachbarten Staat Qi zu suchen. Der Herzog von Qi war von seiner Weisheit beeindruckt, aber der Widerstand des Hofes verhinderte seine Anstellung. Dieses Exil vertiefte sein Verständnis politischer Instabilität.
Konfuzius kehrte nach Lu zurück und gründete formell seine Schule, in der er Schüler unabhängig von ihrer sozialen Herkunft aufnahm. Er war ein Pionier des Konzepts der Bildung für alle und lehrte, dass jeder durch Lernen Tugend kultivieren kann. Sein Lehrplan konzentrierte sich auf die Klassiker.
Mit fünfzig Jahren erreichte Konfuzius ein hohes Amt als Justizminister (Sikou) in Lu. Er führte Reformen durch, die moralische Transformation über Bestrafung betonten. Seine Verwaltung war so effektiv, dass es hieß, verlorene Gegenstände blieben auf den Straßen liegen.
Konfuzius diente als diplomatischer Hauptberater, als Lu mit dem mächtigen Staat Qi in Jiagu zusammentraf. Seine Beherrschung des Rituals und sein festes Bestehen auf korrektem Verhalten zwangen Qi, Territorien zurückzugeben, die es erobert hatte, und demonstrierte, dass Rechtschaffenheit über Gewalt siegen kann.
Enttäuscht von den moralischen Verfehlungen des Herzogs von Lu und dem Einfluss korrupter Minister, trat Konfuzius von seinem Amt zurück. Er verließ Lu mit einer kleinen Gruppe von Schülern und begann vierzehn Jahre der Wanderschaft durch verschiedene Staaten, auf der Suche nach einem Herrscher, der seine Lehren umsetzen würde.
Während der Reise zwischen den Staaten Chen und Cai wurden Konfuzius und seine Schüler von feindlichen Kräften umzingelt und beinahe dem Hungertod ausgeliefert. Trotz ihrer verzweifelten Lage lehrte Konfuzius weiter und demonstrierte, dass ein Edelmann seine Fassung in der Not bewahrt.
Nach vierzehn Jahren der Wanderschaft kehrte Konfuzius als geehrter Ältester nach Lu zurück. Obwohl er nie wieder ein Amt bekleidete, widmete er seine verbleibenden Jahre dem Lehren und der Bearbeitung der klassischen Texte, einschließlich des Buchs der Lieder, des Buchs der Urkunden und der Frühlings- und Herbstannalen.
Konfuzius' Lieblingsschüler Yan Hui starb jung. Konfuzius trauerte tief und klagte, dass der Himmel ihn zerstört habe. Yan Hui war dem Ideal des Edelmanns am nächsten gekommen, und sein Tod war ein tiefgreifender persönlicher Verlust für den alternden Meister.
Konfuzius starb in Qufu im Alter von zweiundsiebzig oder dreiundsiebzig Jahren. Der Überlieferung nach sah er seinen Tod in einem Traum voraus und verbrachte seine letzten Tage im Gespräch mit Schülern. Obwohl er sich selbst als gescheitert betrachtete, sollten seine Lehren die chinesische Zivilisation über zwei Jahrtausende prägen.