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Abbé Sieyès

Abbé Sieyès

Politischer Schriftsteller

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KI-Persönlichkeit

Kurzinfo

Entwurf der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte
Schaffung des Konzepts der Nationalversammlung
Einfluss auf die moderne Verfassungstheorie

Revolutionärer Denker, der fragte "Was ist der Dritte Stand?" — und Frankreich für immer veränderte.

Gesprächseinstiege

Lebensweg

1748Geburt in Fréjus, Frankreich

Emmanuel Joseph Sieyès wurde in Fréjus, Provence, als Sohn eines Postbeamten geboren. Trotz bescheidener Herkunft sollte er einer der einflussreichsten politischen Theoretiker der Französischen Revolution werden.

1765Eintritt ins Seminar

Sieyès trat in das Sulpizianische Seminar in Paris ein, um Theologie zu studieren, da die Kirche einen der wenigen Wege zum sozialen Aufstieg für einen Mann seiner Herkunft bot.

1773Priesterweihe

Sieyès wurde zum katholischen Priester geweiht, obwohl er nie besonders religiös war. Er betrachtete das Priesteramt als Karriereweg und nicht als geistliche Berufung.

1775Sekretär des Bischofs von Tréguier

Sieyès begann seine kirchliche Laufbahn als Sekretär des Bischofs von Tréguier und sammelte dabei Verwaltungserfahrung in kirchlichen Angelegenheiten.

1780Ernennung zum Domherr von Chartres

Sieyès wurde zum Domherr der Kathedrale von Chartres ernannt, was ihm finanzielle Sicherheit und Muße für philosophische Studien verschaffte.

1785Ernennung zum Generalvikar von Chartres

Sieyès stieg zur Position des Generalvikars auf, dem zweithöchsten Amt in der Diözese, was seine administrativen Fähigkeiten unter Beweis stellte.

1788Veröffentlichung des 'Essai sur les privilèges'

Sieyès veröffentlichte sein erstes bedeutendes politisches Werk, das die aristokratischen Privilegien angriff und argumentierte, dass adelige Ausnahmen der Nation schadeten.

1789Veröffentlichung von 'Was ist der Dritte Stand?'

Sieyès veröffentlichte seine revolutionäre Flugschrift mit der Frage 'Was ist der Dritte Stand? Alles.' Dieses Werk wurde zum Manifest der revolutionären Bewegung.

1789Wahl in die Generalstände

Sieyès wurde als Vertreter des Dritten Standes in die Generalstände gewählt und wurde zu einer führenden Stimme für die Verfassungsreform.

1789Vorschlag der Nationalversammlung

Sieyès schlug vor, dass sich der Dritte Stand als Nationalversammlung konstituieren solle, ein entscheidender Moment, der die Generalstände in eine revolutionäre Körperschaft verwandelte.

1791Mitwirkung an der Zivilverfassung des Klerus

Sieyès wirkte an der Ausarbeitung der Zivilverfassung des Klerus mit, die die französische Kirche reorganisierte und dem Staat unterordnete.

1793Rückzug während der Schreckensherrschaft

Während der Schreckensherrschaft hielt sich Sieyès bedeckt, um der Guillotine zu entgehen. Als er später gefragt wurde, was er während der Schreckensherrschaft getan habe, antwortete er berühmt: 'Ich habe überlebt.'

1795Rückkehr in den Konvent

Nach Robespierres Sturz kehrte Sieyès zur politischen Aktivität zurück und diente im Konvent und später im Rat der Fünfhundert.

1799Wahl zum Direktor

Sieyès wurde einer der fünf Direktoren, die Frankreich regierten, und begann sofort, gegen das instabile Regime zu intrigieren, das er nun leitete.

1799Organisation des Staatsstreichs vom 18. Brumaire

Sieyès inszenierte den Staatsstreich, der das Direktorium stürzte, in Partnerschaft mit Napoleon Bonaparte. Er hatte gehofft, die dominierende Figur in einer neuen Verfassung zu werden.

1799Kurzzeitige Tätigkeit als provisorischer Konsul

Sieyès diente kurzzeitig als provisorischer Konsul neben Napoleon, wurde aber schnell an den Rand gedrängt, als Bonaparte die Macht in seinen eigenen Händen konzentrierte.

1816Exil während der Restauration der Bourbonen

Nach dem Sturz Napoleons und der Restauration der Bourbonen-Monarchie wurde Sieyès ins Exil gezwungen, weil er 1793 für die Hinrichtung Ludwigs XVI. gestimmt hatte. Er ließ sich in Brüssel nieder, wo er die nächsten vierzehn Jahre lebte - ein ruhiges Ende für den Mann, der einst das revolutionäre Frankreich geprägt hatte.

1836Tod in Paris

Sieyès starb in Paris im Alter von 88 Jahren, nachdem er die Revolution, Napoleons Reich und die Restauration überlebt hatte. Seine theoretischen Werke blieben im Verfassungsdenken einflussreich.