Kurzinfo
De Gasperi: Baute Italien wieder auf, gruendete die Christdemokraten, gestaltete Europas Zukunft.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Alcide De Gasperi wurde in eine Familie bescheidener Verhältnisse in Pieve Tesino geboren, das damals Teil des Österreichisch-Ungarischen Reiches war. Seine frühen Jahre wurden von der italienischen Kultur und den Werten des katholischen Glaubens geprägt.
De Gasperi schrieb sich am Liceo Classico di Trento ein, wo er sich in Sprachen und Geschichte auszeichnete. Seine Ausbildung legte den Grundstein für seine spätere politische Karriere.
De Gasperi schloss sein Studium an der Universität Innsbruck mit einem Abschluss in Rechtswissenschaften ab, was seinen Ruf als gelehrter und fähiger Führer stärkte.
De Gasperi begann als Lehrer und Journalist zu arbeiten und schrieb für verschiedene Zeitungen, wobei er sich für die Rechte der italienischsprachigen Bevölkerung im Trentino einsetzte.
De Gasperi wurde ins österreichische Parlament gewählt und vertrat die italienischsprachige Bevölkerung des Trentino. Er setzte sich für größere Autonomie und kulturelle Rechte ein.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs setzte sich De Gasperi aktiv für den Anschluss des Trentino an Italien ein, ein Ziel, das mit dem Vertrag von Saint-Germain erreicht wurde.
De Gasperi wurde als Mitglied der Volkspartei (Partito Popolare Italiano) ins italienische Parlament gewählt, wo er für soziale Gerechtigkeit und demokratische Reformen eintrat.
De Gasperi heiratete Francesca Romani, eine Lehrerin aus Trento, mit der er vier Töchter haben sollte. Ihre Ehe bot ihm Stabilität während turbulenter politischer Zeiten.
De Gasperi wurde ein offener Gegner des faschistischen Regimes, was zu seiner Verhaftung und Inhaftierung führte. Nach seiner Freilassung fand er Zuflucht in der Vatikanstadt.
In der Folge des Zweiten Weltkriegs gründete De Gasperi die Democrazia Cristiana (Christdemokratische Partei) mit, die zur dominierenden politischen Kraft im Nachkriegsitalien wurde.
De Gasperi wurde zum Außenminister Italiens ernannt und spielte eine entscheidende Rolle bei der Wiederherstellung der internationalen Beziehungen und dem Wiederaufbau des Landes.
De Gasperi wurde zum Ministerpräsidenten Italiens ernannt und führte das Land durch den Übergang von der Monarchie zur Republik und den Wiederaufbau nach dem Krieg.
Als Ministerpräsident unterzeichnete De Gasperi den Pariser Friedensvertrag, der die Bedingungen für Italiens Beziehungen zu den Alliierten formalisierte und den Weg für die wirtschaftliche Erholung ebnete.
De Gasperi förderte aktiv die europäische Integration und setzte sich für die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl ein. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Union.
Nach einer langen und einflussreichen Amtszeit trat De Gasperi als Ministerpräsident zurück und hinterließ ein stabilisiertes und international anerkanntes Italien auf dem Weg zur wirtschaftlichen Erholung.
Alcide De Gasperi starb in Sella di Valsugana, Trentino, und hinterließ ein Vermächtnis als Schlüsselfigur der europäischen Integration und als einer der größten Staatsmänner Italiens des 20. Jahrhunderts.