Kurzinfo
Karls des Grossen Biograph: Einhard. Formte Geschichte mit Worten.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Einhard wurde in eine adlige Familie in der Region Maingau in Ostfranken hineingeboren. Sein genaues Geburtsjahr ist unsicher, aber seine Herkunft aus dem niederen Adel ermöglichte ihm eine kirchliche Ausbildung.
Einhard wurde zur Ausbildung in das angesehene Kloster Fulda geschickt. Unter Abt Baugulf erhielt er eine hervorragende Ausbildung in Latein, klassischer Literatur und den freien Künsten.
Einhard wurde von Fulda an Karls des Großen Hof in Aachen gesandt, wo er seine Ausbildung unter Alkuin von York fortsetzte. Seine Gelehrsamkeit und Talente brachten ihm schnell die Aufmerksamkeit des Kaisers ein.
Einhard wurde ein prominentes Mitglied von Karls Hofschule und innerem Kreis. Seine kleine Statur brachte ihm den liebevollen Spitznamen 'Nardulus' ein, aber seine Fähigkeiten machten ihn unentbehrlich für den Kaiser.
Einhard war in Rom anwesend, als Papst Leo III. Karl den Großen am Weihnachtstag zum Heiligen Römischen Kaiser krönte. Dieses epochale Ereignis sollte später einen zentralen Platz in seiner Biografie einnehmen.
Einhard beaufsichtigte große architektonische Projekte für Karl den Großen, einschließlich der Arbeiten am kaiserlichen Palast und der Pfalzkapelle in Aachen. Seine Kenntnisse der römischen Architektur prägten den karolingischen Baustil.
Karl der Große starb im Januar 814 nach fast 50 Jahren Herrschaft. Einhard, der sein enger Vertrauter gewesen war, diente weiterhin unter Kaiser Ludwig dem Frommen und bewahrte das Erbe seines Gönners.
Ludwig der Fromme übertrug Einhard mehrere Klöster und machte ihn zum Laien-Abt. Er verwaltete diese Besitzungen sorgfältig und nutzte die Einkünfte für gelehrte und wohltätige Zwecke.
Einhard heiratete Emma, die möglicherweise die Schwester von Bischof Bernhar von Worms war. Ihre Verbindung war eng und liebevoll, obwohl Laien-Äbte eigentlich zur Ehelosigkeit verpflichtet waren.
Einhard vollendete sein 'Leben Karls des Großen', die bedeutendste Biografie des Mittelalters. Nach dem Vorbild des Suetonius verfasst, blieb es jahrhundertelang das maßgebliche Porträt des großen Kaisers.
Einhard erwarb Reliquien der Heiligen Marcellinus und Petrus aus Rom für seine Kirche in Seligenstadt. Er beschrieb die wundersame Überführung in einem eigenen Werk, das die Frömmigkeit seiner Zeit widerspiegelt.
Einhard zog sich während der Bürgerkriege zwischen Ludwig dem Frommen und seinen Söhnen weitgehend vom Hofleben zurück. Er widmete sich seinen Klöstern und seiner Schriftstellerei in der Abgeschiedenheit.
Einhards geliebte Frau Emma starb. Seine Briefe offenbaren tiefe Trauer, und er heiratete nie wieder. Er widmete seine verbleibenden Jahre dem Gebet und der Vollendung seiner literarischen Werke.
Einhard vollendete sein Werk 'Translatio et Miracula Sanctorum Marcellini et Petri', das den Erwerb und die Wunder der Reliquien beschrieb. Es ist eine wichtige Quelle für das religiöse Leben der karolingischen Zeit.
Einhard starb in seinem Kloster in Seligenstadt und wurde dort beigesetzt. Sein 'Leben Karls des Großen' bleibt eines der einflussreichsten Werke der mittelalterlichen Geschichtsschreibung.