Kurzinfo
Weisse Rose. Student, der Hitler mit Flugblaettern trotzte und mit 24 fuer sein Gewissen starb.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Hans Fritz Scholl wurde in eine liberale buergerliche Familie geboren. Sein Vater Robert war Buergermeister mehrerer Staedte, seine Mutter Magdalena erzog fuenf Kinder mit starken moralischen Werten.
Die Familie Scholl zog um, als Robert Buergermeister von Forchtenberg wurde. Hans wuchs in einem Haushalt auf, der intellektuelle Diskussion, Literatur und unabhaengiges Denken schaetzte.
Hans begann seine Sekundarschulbildung in Ulm, wohin seine Familie gezogen war. Er war ein begeisterter Schueler mit Interesse an Kunst, Literatur und Philosophie.
Wie viele deutsche Jugendliche trat Hans zunaechst begeistert der Hitlerjugend bei, als die Nazis an die Macht kamen. Er wurde Scharfuehrer, angezogen von Kameradschaft und Idealismus.
Hans begann die Nazi-Ideologie zu hinterfragen, nachdem er die Verfolgung juedischer Freunde und die Unterdrueckung des freien Denkens miterlebt hatte. Die Anti-Nazi-Ansichten seines Vaters beeinflussten auch seine Perspektive.
Hans wurde zusammen mit seinen Geschwistern wegen Beteiligung an der verbotenen deutschen Jugendbewegung verhaftet. Er verbrachte mehrere Wochen in Haft, was seine Opposition gegen das Nazi-Regime vertiefte.
Hans absolvierte seinen obligatorischen Reichsarbeitsdienst, der fuer alle jungen deutschen Maenner Pflicht war. Diese Zeit brachte ihm die Realitaeten Nazi-Deutschlands naeher.
Hans schrieb sich an der Universitaet Muenchen ein, um Medizin zu studieren. Hier traf er Kommilitonen, die seine wachsende Opposition gegen das Nazi-Regime teilten.
Hans diente als Sanitaeter an der Ostfront in Russland. Das Miterleben der brutalen Behandlung von Juden und Zivilisten verwandelte seinen passiven Widerstand in aktiven.
Zusammen mit seiner Schwester Sophie, Alexander Schmorell und anderen gruendete Hans die Weisse Rose, eine gewaltlose Widerstandsgruppe, die zum passiven Widerstand gegen das Nazi-Regime aufrief.
Hans war der Hauptautor der ersten vier Flugblaetter der Weissen Rose, die ausfuehrlich Philosophen zitierten und die Deutschen zum Widerstand gegen die Nazi-Tyrannei aufriefen.
Die Mitglieder der Weissen Rose verschickten heimlich Tausende von Flugblaettern an Adressen in Muenchen, Stuttgart, Frankfurt und anderen Staedten. Sie riskierten ihr Leben, um ihre Botschaft zu verbreiten.
Im Januar 1943 malten Hans und Alexander Schmorell Anti-Nazi-Parolen wie Freiheit und Nieder mit Hitler an Waende in ganz Muenchen, ein kuehner Akt oeffentlichen Widerstands.
Am 18. Februar 1943 wurden Hans und Sophie von einem Hausmeister erwischt, als sie das sechste Flugblatt der Weissen Rose an der Universitaet verteilten. Sie wurden sofort von der Gestapo verhaftet.
Nach vier Tagen Verhoer wurden Hans, Sophie und Christoph Probst vor dem beruechtigten Volksgerichtshof unter Vorsitz von Richter Roland Freisler angeklagt.
Hans Scholl wurde am 22. Februar 1943 durch die Guillotine hingerichtet. Seine letzten Worte sollen Es lebe die Freiheit! gewesen sein. Er wurde zum Symbol des deutschen Widerstands gegen die Nazi-Tyrannei.