Kurzinfo
Bucklig, verachtet, verbannt – sie zog den Jungen auf, der Sundiata, der Löwe von Mali, werden sollte. Unterschätze niemals die Entschlossenheit einer Mutter.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Sogolon wurde im Koenigreich Do mit einem Buckel und Gesichtsentstellung geboren. Trotz ihres Aussehens prophezeiten lokale Wahrsager, dass sie einen Sohn gebaeren wuerde, der ein grosser Koenig werden sollte, was ihr Schicksal mit der westafrikanischen Geschichte verknuepfte.
Beim Aufwachsen sah sich Sogolon staendigem Spott der Dorfbewohner wegen ihres Buckels und ungewoehnlichen Aussehens ausgesetzt. Diese Kindheitspruefungen formten ihren widerstandsfaehigen Geist und ihre innere Staerke, die sie durch kuenftige Pruefungen tragen wuerde.
Sogolon erhielt Ausbildung in traditioneller Heilkunst und spirituellen Praktiken von Dorfaeltesten. Ihr Wissen ueber Kraeuter und heilige Riten sollte sich spaeter als wesentlich erweisen, als ihr Sohn seine eigene koerperliche Behinderung ueberwinden musste.
Mandinka-Jaeger kamen nach Do auf der Suche nach der prophezeiten Frau, die den kuenftigen Koenig gebaeren wuerde. Trotz ihres Aussehens erkannten sie Sogolon als diejenige, die von Sehern angekuendigt worden war, und setzten die Ereignisse in Gang, die das Mali-Reich erschaffen wuerden.
Sogolon wurde nach Niani gebracht und mit Koenig Maghan Kon Fatta verheiratet. Obwohl seine anderen Frauen ihr haessliches Aussehen verspotteten, ehrte der Koenig die Prophezeiung und behandelte sie mit Respekt, verstehend dass sie seinen groessten Erben tragen wuerde.
Sassouma Berete, die erste Frau des Koenigs, wurde Sogolons erbitterte Feindin. Sassouma fuerchtete, dass ihr Sohn Dankaran Touman den Thron an Sogolons kuenftiges Kind verlieren wuerde und begann gegen die bucklige Neuankoemmling zu intrigieren.
Sogolon gebar Sundiata, das Kind der Prophezeiung. Jedoch wurde der Saeugling unfaehig zu gehen geboren, was mehr Spott von Sassouma und Zweifel an der Prophezeiung brachte. Sogolon verlor nie den Glauben an das Schicksal ihres Sohnes.
Als die Jahre vergingen und Sundiata verkrueppelt blieb, ertrug Sogolon zunehmende Demuetigung von Sassouma und dem Hof. Sie widmete sich der Pflege ihres Sohnes und der Suche nach Heilmitteln und gab nie die Hoffnung auf, dass er sein Schicksal erfuellen wuerde.
In einem legendaeren Moment erhob sich der junge Sundiata schliesslich zum Gehen mit einem Eisenstab. Dieses Wunder rechtfertigte Sogolons Glauben und schockierte jene, die sie verspottet hatten. Von diesem Tag an wuchs Sundiata zu einem maaechtigen jungen Mann heran.
Koenig Maghan starb und liess die Nachfolge umstritten. Obwohl Sundiata der prophezeite Erbe war, manoeverierte Sassouma ihren Sohn Dankaran Touman auf den Thron, was Sogolon und Sundiata in grosse Gefahr brachte.
Angesichts von Hinrichtungsdrohungen des neuen Koenigs floh Sogolon mit Sundiata und ihren anderen Kindern aus Niani. Jahrelang wanderten sie durch benachbarte Koenigreiche, suchten Zuflucht und warteten auf den richtigen Moment, Sundiatas Geburtsrecht zurueckzufordern.
Nach Jahren des Wanderns wurden Sogolon und Sundiata im Koenigreich Mema willkommen geheissen. Der Koenig erkannte Sundiatas Faehigkeiten und gab ihm ein Militaerkommando, was dem jungen Prinzen ermoeglichte, seine legendaeren Kriegerfaehigkeiten zu entwickeln.
Als Boten ankamen und Sundiata anflehten, Mali vom Sosso-Tyrannen Sumanguru zu befreien, beriet Sogolon ihren Sohn. Ihre Weisheit und ihr Segen gaben Sundiata das Vertrauen, den Feldzug zu beginnen, der ein Imperium erschaffen wuerde.
Aus ihrem traditionellen Wissen schoepfend bot Sogolon spirituelle Fuehrung und Schutzrituale fuer Sundiatas Militaerkampagnen. Ihre Rolle als spirituelle Mutter ergaenzte seine Rolle als Krieger, traditionelle Religion mit Militaerstrategie verbindend.
Sogolon erlebte, wie ihr Sohn die Prophezeiung in der Schlacht von Kirina erfuellte. Sundiata besiegte Sumanguru und vereinte die Mandinka-Voelker und gruendete das Mali-Reich, das eines der reichsten der Weltgeschichte werden sollte.
Mit Sundiata als Kaiser wurde Sogolon als Koeniginmutter geehrt. Die Frau, die einst wegen ihres Buckels verspottet wurde, hatte nun eine der angesehensten Positionen in Westafrika, ihr Glaube und ihre Beharrlichkeit durch die Geschichte bestaetigt.
In ihren letzten Jahren teilte Sogolon ihre Weisheit mit dem koeniglichen Hof und ihren Enkeln. Ihre Geschichte wurde eine maechtige Lektion in Beharrlichkeit, lehrend dass wahre Groesse aus innerer Staerke kommt, nicht aus dem aeusseren Erscheinungsbild.
Sogolon starb umgeben von ihrer Familie in dem Reich, das ihr Sohn aufgebaut hatte. Ihre Lebensgeschichte wurde in ganz Westafrika legendaer, gefeiert in den muendlichen Traditionen der Griots als Beispiel fuer Mutterliebe, Glauben und Triumph ueber Widrigkeiten.