Kurzinfo
Kafka: Meister des Absurden, „Die Verwandlung" und existenzielle Angst.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Franz Kafka wurde in eine deutschsprachige jüdische Mittelklasse-Familie in Prag geboren. Sein herrischer Vater Hermann, ein Kaufmann, prägte Kafkas Psyche nachhaltig.
Kafka trat in das strenge deutschsprachige Altstädter Gymnasium ein, wo er trotz Gefühlen der Isolation und Angst akademisch brillierte.
Kafka schrieb sich an der Karls-Universität ein, studierte zunächst Chemie und wechselte dann auf Drängen des Vaters zu Jura. Er besuchte auch Vorlesungen in Literatur und Kunstgeschichte.
Kafka promovierte an der Karls-Universität zum Doktor der Rechte und begann eine Karriere im Versicherungswesen, die ihm finanzielle Sicherheit beim Schreiben bot.
Kafka trat der Arbeiter-Unfallversicherung bei, wo er den größten Teil seines Lebens arbeitete. Das bürokratische Umfeld beeinflusste seine literarischen Alpträume.
Kafka schrieb den größten Teil der Verwandlung in einer einzigen Nacht fieberhafter Kreativität und schuf eine der einflussreichsten Geschichten der modernen Literatur.
Kafka lernte Felice Bauer bei Max Brod kennen und begann eine qualvolle fünfjährige Korrespondenz und zwei gelöste Verlobungen, die seine Angst vor Intimität offenbarten.
Kafka begann während des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs Der Prozess zu schreiben und erforschte Themen wie Schuld, Bürokratie und unverständliche Justiz.
Die Verwandlung wurde veröffentlicht, obwohl Kafka zu Lebzeiten praktisch unbekannt blieb. Die Geschichte von Gregor Samsa wurde sein berühmtestes Werk.
Kafka schrieb seinen hundert Seiten langen Brief an den Vater, ein verheerendes psychologisches Dokument über ihre problematische Beziehung, das nie zugestellt wurde.
Kafka wurde mit Tuberkulose diagnostiziert und erhielt längeren Krankheitsurlaub. Sein sich verschlechternder Gesundheitszustand bestimmte seine letzten Jahre.
Kafka begann seinen letzten Roman Das Schloss, eine unvollendete Allegorie über die vergeblichen Versuche eines Landvermessers, die Behörden zu erreichen, die existenzielle Entfremdung verkörpert.
Kafka zog mit Dora Diamant nach Berlin und erlebte trotz sich verschlechternder Gesundheit seine glücklichste Zeit. In dieser Zeit verbrannte er viele Manuskripte.
Kafka wies seinen Freund Max Brod an, alle unveröffentlichten Manuskripte zu verbrennen. Brod widersetzte sich bekanntlich und bewahrte Der Prozess und Das Schloss für die Nachwelt.
Kafka starb an Kehlkopftuberkulose in einem Sanatorium bei Wien. Seine von Max Brod posthum veröffentlichten Werke veränderten die Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts.