Kurzinfo
Norwegens erster König seit 600 Jahren. Vom dänischen Prinzen zum Symbol einer unabhängigen Nation.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Prinz Carl wurde als zweiter Sohn des Kronprinzen Frederik von Daenemark und Prinzessin Louise von Schweden geboren. Als Zweitgeborener war er nicht fuer den daenischen Thron vorgesehen.
Gemaess der daenischen koeniglichen Tradition begann Prinz Carl mit 11 Jahren seine Marineausbildung. Diese Ausbildung formte seinen Charakter und vermittelte ihm praktische Faehigkeiten.
Prinz Carl trat in die prestigetraechtige Koenigliche Daenische Marineakademie ein und erhielt eine strenge Ausbildung in Seemannschaft und militaerischer Disziplin.
Nach Jahren des Studiums schloss Prinz Carl die Marineakademie als Offizier ab und diente aktiv in der daenischen Marine, wo er fuer seine Faehigkeiten respektiert wurde.
Prinz Carl heiratete Prinzessin Maud, juengste Tochter des Prinzen von Wales und Enkelin von Koenigin Victoria, und verband damit die daenischen und britischen Koenigshaeuser.
Prinzessin Maud gebar ihr einziges Kind, Prinz Alexander, der spaeter Kronprinz Olav und schliesslich Koenig Olav V. von Norwegen werden sollte.
Nach der friedlichen Aufloesung der Union mit Schweden waehlte das norwegische Storting einstimmig Prinz Carl zum neuen Koenig, nachdem ein Referendum 79% Unterstuetzung zeigte.
Mit der Annahme des norwegischen Throns nahm Prinz Carl den Namen Haakon VII. an und verband sich mit der mittelalterlichen norwegischen Koenigstradition.
Haakon VII. wurde im historischen Nidarosdom in Trondheim gekroent, dem traditionellen Kroenungsort norwegischer Koenige, was die Wiederherstellung norwegischer Traditionen symbolisierte.
Waehrend des Ersten Weltkriegs bewahrte Koenig Haakon geschickt Norwegens Neutralitaet und managte komplexe diplomatische Beziehungen zu beiden Kriegsparteien.
Koenigin Maud starb unerwartet in London nach einer Operation. Ihr Tod war ein tiefer persoenlicher Verlust fuer Koenig Haakon, der nie wieder heiratete.
Als deutsche Truppen Norwegen ueberfielen, lehnte Koenig Haakon das Nazi-Ultimatum ab, Vidkun Quisling zum Regierungschef zu ernennen. Diese Weigerung wurde ein entscheidender Moment des norwegischen Widerstands.
Nach knapper Flucht vor deutschen Bombardements gruendete Koenig Haakon die norwegische Exilregierung in London und sendete Hoffnungsbotschaften ueber BBC Radio.
Am 7. Juni 1945, genau fuenf Jahre nach seiner Flucht, kehrte Koenig Haakon ins befreite Norwegen zurueck. Von riesigen Menschenmengen in Oslo begruesst, symbolisierte seine Rueckkehr die Wiederherstellung der norwegischen Souveraenitaet.
Nach fast einem halben Jahrhundert Regentschaft war Haakon VII. einer der angesehensten Monarchen Europas geworden und blieb trotz seines Alters aktiv in seinen Pflichten.
Koenig Haakon VII. starb friedlich im Koeniglichen Schloss in Oslo nach 52 Jahren Regentschaft. Ganz Norwegen trauerte um den Koenig, der Unabhaengigkeit, Demokratie und Widerstand gegen Tyrannei verkoerperte.