Kurzinfo
Der legendäre Ukiyo-e-Meister, der Die große Welle vor Kanagawa schuf. Seine innovativen Kompositionen revolutionierten die japanische Kunst und beeinflussten den westlichen Impressionismus nachhaltig.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Geboren im Bezirk Honjo in Edo als Tokitaro. Sein Vater war vermutlich ein Spiegelmacher fuer das Shogunat. Aus bescheidenen Handwerkerverhaeltnissen stieg er zu einem der einflussreichsten Kuenstler der Geschichte auf und aenderte seinen Namen ueber dreissigmal.
Von der Familie Nakajima adoptiert, Spiegelmachern fuer das Tokugawa-Shogunat. Diese fruehe Beruehrung mit Handwerkskunst und Detailgenauigkeit beeinflusste seine akribische kuenstlerische Technik sein Leben lang.
Begann eine Lehre als Holzschnitzer und lernte die technischen Grundlagen des Druckens. Diese praktische Erfahrung mit dem Druckverfahren gab ihm tiefes Verstaendnis fuer das Medium, das er spaeter als Designer meistern wuerde.
Trat dem renommierten Atelier von Katsukawa Shunshoe bei, einem fuehrenden Ukiyo-e-Meister, der sich auf Kabuki-Schauspielerdrucke spezialisierte. Er nahm den Namen Shunroe an und begann seine formale Ausbildung im Ukiyo-e-Design.
Veroeffentlichte seine ersten Drucke unter dem Namen Katsukawa Shunroe, die Kabuki-Schauspieler im Stil seines Meisters darstellten. Diese fruehen Werke zeigten technische Faehigkeiten, hatten aber noch nicht seine spaetere unverwechselbare Vision entwickelt.
Verliess die Katsukawa-Schule und nahm den Namen Soeri an, was seine Unabhaengigkeit als Kuenstler markierte. Dieser Bruch mit der Tradition erlaubte ihm, verschiedene Stile zu erkunden, darunter chinesische Malerei, westliche Perspektive und verschiedene japanische Schulen.
Nahm den Namen Hokusai an, was Nordatelier bedeutet, inspiriert von der buddhistischen Gottheit Myoken, die den Polarstern personifiziert. Dieser Name wurde sein beruehmtester, obwohl er im Laufe seiner Karriere weiterhin Namen aenderte.
Begann Landschaftsdrucke zu veroeffentlichen, die von traditionellen Ukiyo-e-Themen wie Kurtisanen und Schauspielern abwichen. Sein innovativer Einsatz westlicher Perspektive und kuehne Kompositionen markierten den Beginn seines revolutionaeren Ansatzes.
Veroeffentlichte den ersten Band der Hokusai Manga, einer enzyklopaedischen Sammlung von Skizzen, die alles von Menschen und Tieren bis hin zu Pflanzen und uebernatuerlichen Wesen darstellen. Dieses einflussreiche Werk umfasste schliesslich fuenfzehn Baende.
Nahm den Namen Iitsu an, was wieder eins bedeutet, als Zeichen seines Glaubens, dass wahres kuenstlerisches Verstaendnis erst mit dem Alter kommt. In einem Alter, in dem die meisten Kuenstler in Rente gehen, stand Hokusai vor seiner kreativsten Periode.
Veroeffentlichte sein Meisterwerk Die grosse Welle vor Kanagawa als Teil der Serie Sechsunddreissig Ansichten des Berges Fuji. Dieses ikonische Bild wurde zu einem der bekanntesten Kunstwerke der Weltgeschichte.
Vollendete die komplette Serie Sechsunddreissig Ansichten des Berges Fuji, die tatsaechlich sechsundvierzig Drucke umfasste. Die Serie praesentierte revolutionaeren Einsatz von Preussischblau und etablierte Landschaft als Hauptgenre des Ukiyo-e.
Veroeffentlichte Hundert Ansichten des Berges Fuji, ein dreibaendiges Werk detaillierter monochromer Illustrationen. Dieses Meisterwerk demonstrierte seine fortgesetzte Innovation und obsessive Hingabe, den Fuji aus jedem moeglichen Winkel einzufangen.
Sein Atelier wurde durch Feuer zerstoert, wobei Jahrzehnte von Skizzen und Vorarbeiten vernichtet wurden. Trotz dieses verheerenden Verlustes arbeitete der betagte Kuenstler mit unverminderter Energie weiter.
Zog auf Einladung des wohlhabenden Kaufmanns Takai Kozan nach Obuse in der Provinz Shinano. Dort schuf er Deckenmalereien fuer Festwagen und Tempel und bewies seine Faehigkeit, selbst in seinen Achtzigern im grossen Massstab zu arbeiten.
Starb in Edo im Alter von neunundachtzig Jahren. Auf seinem Sterbebett soll er gesagt haben: Wenn mir der Himmel nur noch zehn Jahre... nur fuenf weitere Jahre gaebe, dann koennte ich ein wahrer Maler werden. Seine letzten Werke zeigten keinen Verfall.
