Kurzinfo
Der Gladiator, der seine Ketten sprengte. Der Sklavenaufstand erschütterte Roms Grundfesten.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Spartacus wurde im Stamm der Maedi in Thrakien geboren, einer Region, die fur ihre wilden Krieger bekannt war. Seine fruhe Kindheit war gepragt von Konflikten zwischen thrakischen Stammen und der expandierenden Romischen Republik, die ihn spater versklaven sollte.
Nach thrakischer Tradition erhielt der junge Spartacus von den Stammesaltesten eine Ausbildung im Kampf und in der Kriegsfuhrung. Die Maedi waren beruehmte Kampfer, und diese Fahigkeiten sollten sich spater in seiner Gladiatorenkarriere und seiner militarischen Fuhrung als unschatzbar erweisen.
Einigen antiken Quellen zufolge diente Spartacus als Hilfssoldat in den romischen Legionen. Diese Erfahrung gab ihm intime Kenntnisse der romischen Militartaktik, Disziplin und Schwachen, die er spater als Rebellenfuhrer ausnutzen sollte.
Spartacus desertierte aus der romischen Armee, moglicherweise aufgrund von Misshandlung oder der Brutalitat romischer Feldzuge. Als Deserteur gefangen genommen, stand er vor der harten romischen Strafe, als Sklave verkauft zu werden statt hingerichtet zu werden.
Spartacus wurde von Lentulus Batiatus gekauft und zu seinem Ludus (Gladiatorenschule) in Capua gebracht. Die Schule war bekannt dafur, Kampfer fur die Arena auszubilden, wo Gladiatoren dem Tod fur die Unterhaltung der Romer gegenubertraten.
Spartacus wurde als Murmillo oder Thraex ausgebildet, schwer bewaffnete Gladiatorentypen, die zu seinem thrakischen Erbe und seiner korperlichen Starke passten. Wahrend dieser brutalen Ausbildung begannen seine naturlichen Fuhrungsqualitaten unter seinen Gladiatorenkameraden hervorzutreten.
Wahrend Jahren gemeinsamen Leidens bildete Spartacus tiefe Bindungen mit Crixus, Oenomaus, Castus und Gannicus, Mannern, die seine Hauptleutnants werden sollten. Sie begannen heimlich, ihre Flucht aus dem Ludus zu planen.
Im Jahr 73 v. Chr. fuhrte Spartacus etwa 70 Gladiatoren bei einer kuhnen Flucht aus dem Ludus, nur mit Kuchenutenssilien und Werkzeugen bewaffnet. Sie erbeuteten Waffen von einem Gladiatorentransport und flohen zum Vesuv, was den Beginn des Dritten Sklavenkrieges markierte.
Die entflohenen Gladiatoren verschanzten sich an den Hangen des Vesuvs. Entlaufene Sklaven von umliegenden Gutern stromten herbei, um sich ihnen anzuschliessen, und Spartacus organisierte diese wachsende Streitmacht zu einer disziplinierten Armee und trainierte sie in Militartaktik.
Als Rom 3.000 Milizionare unter Glaber schickte, um die Rebellion niederzuschlagen, fuhrte Spartacus seine Manner den Berg hinunter mit Seilen aus wilden Reben und griff die Romer von hinten an, wobei er sie vollstandig in die Flucht schlug. Dieser erstaunliche Sieg zog Tausende weitere Sklaven an.
Das ganze Jahr 72 v. Chr. hindurch besiegte Spartacus mehrere gegen ihn gesandte romische Streitkrafte, darunter Armeen unter den Pratoren Varinius und Cossinius sowie beide Konsulararmeen. Seine Streitmacht schwoll auf geschatzte 70.000 bis 120.000 Kampfer an und versetzte Rom in Schrecken.
Spartacus fuhrte seine Armee nach Norden in Richtung Alpen, in der Absicht, die Berge zu uberqueren, damit seine Anhanger in ihre Heimatlander zuruckkehren konnten. Nach dem Sieg uber den Statthalter von Gallia Cisalpina entschied sich seine Armee jedoch, umzukehren und Italien weiter zu plundern.
Crixus, einer von Spartacus' Hauptleutnants, trennte sich mit 30.000 Galliern und Germanen, um unabhangig zu plundern. Diese Spaltung schwachte die Rebellion, und Crixus wurde bald von den Romern besiegt und getotet, ein Verlust, der Spartacus tief traf.
Rom ernannte Marcus Licinius Crassus, einen seiner reichsten und ehrgeizigsten Burger, zum Befehlshaber von acht Legionen gegen Spartacus. Crassus stellte die Disziplin durch Dezimierung wieder her und begann, die Rebellenarmee systematisch zu verfolgen.
Spartacus verhandelte mit kilikischen Piraten, um seine Armee nach Sizilien zu transportieren, wo er einen weiteren Sklavenaufstand anzetteln wollte. Die Piraten verrieten ihn jedoch und segelten nach Erhalt der Bezahlung davon, wodurch die Rebellen in Suditalien eingeschlossen wurden.
Crassus baute eine Mauer quer uber die Spitze Italiens, um Spartacus einzuschliessen. Bei einem kuhnen Nachtangriff wahrend eines Schneesturms brach Spartacus mit dem Grossteil seiner Streitkrafte durch, obwohl seine Armee durch Abnutzung und Desertionen geschwacht war.
Selbst als seine Lage immer verzweifelter wurde, errang Spartacus mehrere weitere Siege gegen romische Abteilungen. Er soll Crassus' Leutnant getotet und Crassus selbst fast erreicht haben, was seine kriegerische Tuechtigkeit bis zum Ende bewies.
In der letzten Schlacht kampfte sich Spartacus auf Crassus zu und totete Berichten zufolge zwei Zenturionen, die sich ihm in den Weg stellten. Am Oberschenkel verwundet, kampfte er auf den Knien weiter, bis er uberwalltigt wurde. Seine Leiche wurde nie gefunden, aber 6.000 Uberlebende wurden entlang der Via Appia gekreuzigt.