Kurzinfo
Die innere Burg. Spanische Mystikerin, die die Karmeliten reformierte und in Ekstase aufstieg.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Teresa de Cepeda y Ahumada wurde in eine wohlhabende Converso-Familie geboren. Ihr Grossvater war ein juedischer Konvertit, der von der Inquisition oeffentlich gedemuetigt worden war, ein Geheimnis, das die intensive Froemmigkeit ihrer Familie praegte.
Inspiriert von Geschichten ueber Heilige und Maertyrer, liefen die junge Teresa und ihr Bruder Rodrigo von zu Hause weg, in der Hoffnung, von Mauren getoetet zu werden und Maertyrer zu werden. Ein Onkel fand sie und brachte sie nach Hause.
Teresas Mutter starb, als sie erst dreizehn war. Erschuettert schrieb Teresa spaeter, dass sie die Jungfrau Maria bat, ihre Mutter zu werden, ein Moment, der ihre geistliche Hingabe fuer immer vertiefte.
Ihr Vater schickte Teresa zur Ausbildung in das Augustinerinnenkloster Santa Maria de Gracia, nachdem sie sich in einen jungen Mann verliebt hatte. Dies begann ihre formelle Einfuehrung in das Ordensleben.
Gegen den Willen ihres Vaters verliess Teresa heimlich das Haus und trat in das Karmeliterkloster ein. Sie nahm im folgenden Jahr das Ordenskleid an und begann ihr Leben als Nonne trotz anfaenglicher Schwierigkeiten mit dem Gebet.
Teresa erkrankte schwer an Malaria und erlitt so schwere Anfaelle, dass man sie fuer tot hielt. Sie blieb drei Jahre teilweise gelaehmt, eine Erfahrung, die ihr inneres geistliches Leben vertiefte.
Teresa erlebte eine tiefe geistliche Bekehrung beim Anblick einer Statue des verwundeten Christus. Sie beschrieb dies spaeter als den Moment, in dem ihre Seele sich endlich vollstaendig dem Willen Gottes uebergab.
Teresa begann intensive mystische Phaenomene zu erleben, einschliesslich Visionen, Stimmen und geistlicher Verzueckungen. Anfangs fuerchtete sie daemonische Taeuschung, fand aber schliesslich geistliche Fuehreer, die den goettlichen Ursprung bestaetigten.
Teresa erlebte ihre beruehmte Vision eines Engels, der ihr Herz mit einem goldenen Speer mit feuriger Spitze durchbohrte. Diese Transverberation wurde zu einer der gefeiertsten mystischen Erfahrungen der christlichen Geschichte.
Trotz heftigen Widerstands von Stadtbeamten und kirchlichen Autoritaeten gruendete Teresa das Kloster St. Josef als erstes Haus der Unbeschuhten Karmeliter und kehrte zur strengen Befolgung der urspruenglichen Regel zurueck.
Teresa traf den jungen Karmeliterbruder Johannes vom Kreuz und ueberzeugte ihn, ihrer Reformbewegung beizutreten. Gemeinsam wuerden sie den gesamten Karmeliterorden transformieren und Haeuser in ganz Spanien gruenden.
Teresa vollendete ihre geistliche Abhandlung, die ihre Nonnen lehrte, wie man das innere Gebet praktiziert. Das Werk wurde ein Klassiker christlicher Spiritualitaet und leitete Kontemplative fuer Jahrhunderte.
Teresa schrieb ihr Meisterwerk, das die Seele als kristallene Burg mit sieben Wohnungen beschreibt, wobei jede Stufen der geistlichen Entwicklung darstellt. Dieses Werk wurde zum massgeblichen Leitfaden christlicher mystischer Theologie.
Der Karmeliterprovinzial befahl Teresa, ihre Reformaktivitaeten einzustellen und ein Kloster zu waehlen, in dem sie dauerhaft bleiben sollte. Trotz dieses Rueckschlags nutzte sie die Zeit zum Schreiben und zur Vertiefung des Gebets.
Teresa vollendete Das Buch meines Lebens, das ihre Bekehrung, mystischen Erfahrungen und die Gruendung der reformierten Karmeliter detailliert. Auf Befehl von Beichtvaetern geschrieben, wurde es zur geistlichen Autobiographie.
Papst Gregor XIII. erkannte die Unbeschuhten Karmeliter offiziell als unabhaengige Provinz des Ordens an. Dies stellte den Triumph von Teresas Reform nach Jahrzehnten des Kampfes und Widerstands dar.
Obwohl sie an verschiedenen Krankheiten litt, unternahm Teresa eine letzte Reise, um ihre Kloester zu beaufsichtigen. Ihre Hingabe an ihre Nonnen blieb ungemindert, auch als ihr Koerper schwaecher wurde.
Teresa starb umgeben von ihren Nonnen, ihre letzten Worte priesen Gottes Barmherzigkeit. Sie hatte siebzehn Kloester gegruendet und die katholische Spiritualitaet transformiert. 1614 heiliggesprochen, wurde sie 1970 zur Kirchenlehrerin erklaert.