Kurzinfo
Tragischer Staatsmann, Moro: entfuehrt, ermordet, eine Nation trauerte, sein Vermaechtnis verfolgt.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Aldo Moro wurde in Maglie, einer kleinen Stadt in Apulien, Süditalien, geboren. Seine Familie gehörte zur gebildeten Mittelschicht, und sein Vater war Schulinspektor.
Moro schloss sein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bari mit Auszeichnung ab. Er spezialisierte sich auf Strafrecht und begann bald eine akademische Karriere.
Moro heiratete Eleonora Chiavarelli, mit der er vier Kinder haben sollte. Ihre Ehe war eine wichtige Stütze während seiner politischen Karriere und bis zu seinem tragischen Ende.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann Moro seine politische Karriere in der neu gegründeten Democrazia Cristiana und engagierte sich für den Aufbau des demokratischen Italiens.
Moro wurde in die Verfassunggebende Versammlung gewählt und war an der Ausarbeitung der italienischen Nachkriegsverfassung beteiligt, ein prägendes Erlebnis für sein politisches Denken.
Moro wurde erstmals ins italienische Parlament gewählt und begann seinen Aufstieg innerhalb der Democrazia Cristiana, wo er für seine intellektuelle Tiefe bekannt wurde.
Moro wurde zum Justizminister ernannt und zeigte sein Engagement für Rechtsstaatlichkeit und Justizreformen im Nachkriegsitalien.
Moro übernahm die Position des Generalsekretärs der Christdemokratischen Partei und begann, die Partei in Richtung Mitte-Links-Koalitionen zu führen.
Moro wurde erstmals zum Ministerpräsidenten Italiens ernannt und führte die erste Mitte-Links-Koalition mit Beteiligung der Sozialisten.
Moro begann seine zweite Amtszeit als Ministerpräsident und setzte seine Politik der gesellschaftlichen Reformen und des politischen Dialogs fort.
Nach internen Parteikonflikten und gesellschaftlichen Unruhen trat Moro als Ministerpräsident zurück, blieb aber eine zentrale Figur der italienischen Politik.
Moro kehrte als Ministerpräsident zurück und versuchte, das Land durch eine Zeit wirtschaftlicher Schwierigkeiten und politischer Spannungen zu führen.
Moro trat erneut als Ministerpräsident zurück, arbeitete aber weiterhin an seinem Projekt des 'Historischen Kompromisses' mit den Kommunisten.
Moro übernahm das Amt des Präsidenten der Abgeordnetenkammer und arbeitete an einem politischen Kompromiss, der die Kommunisten in die Regierungsverantwortung einbeziehen sollte.
Am 16. März 1978 wurde Moro auf dem Weg zum Parlament von den Roten Brigaden entführt. Fünf seiner Leibwächter wurden bei dem Angriff getötet. 55 Tage lang wurde er gefangen gehalten.
Am 9. Mai 1978 wurde Aldo Moro von den Roten Brigaden ermordet. Seine Leiche wurde in der Via Caetani in Rom gefunden, symbolisch zwischen den Parteizentralen der Christdemokraten und Kommunisten.