Kurzinfo
Der Narbige. Kämpfer des katholischen Frankreichs, der den Thron fast ergriff.
Gesprächseinstiege
Lebensweg
Heinrich von Lothringen wurde als Sohn von Franz, Herzog von Guise, und Anna d'Este geboren. Die Familie Guise war die mächtigste katholische Adelsfamilie Frankreichs und stand in direkter Verwandtschaft mit dem Königshaus.
Der junge Heinrich wurde am französischen Königshof zusammen mit den zukünftigen Königen Karl IX. und Heinrich III. erzogen. Diese Ausbildung gab ihm intime Kenntnisse der königlichen Politik und persönliche Verbindungen zu den höchsten Kreisen.
Heinrichs Vater Franz wurde während der Belagerung von Orléans von einem Protestanten ermordet. Der junge Heinrich erbte den Titel des Herzogs und einen unstillbaren Hass auf die Hugenotten, der sein Leben bestimmen sollte.
Heinrich begann seine militärische Karriere im Kampf gegen die Hugenotten in den französischen Religionskriegen. Er zeigte schnell außergewöhnliche taktische Fähigkeiten und persönliche Tapferkeit im Gefecht.
Heinrich erhielt bei der Schlacht von Moncontour eine schwere Gesichtswunde, die ihn dauerhaft entstellte. Diese Narbe wurde zu seinem Markenzeichen und verstärkte nur sein furchteinflößendes Erscheinungsbild.
Heinrich heiratete Katharina von Cleves, eine reiche Erbin, die der Familie Guise beträchtliche Ländereien und Einkünfte einbrachte. Die Ehe festigte seinen Status als einer der wohlhabendsten Adligen Frankreichs.
Heinrich spielte eine führende Rolle beim Bartholomäusnacht-Massaker und leitete persönlich die Ermordung des Hugenottenführers Admiral Coligny. Dieses Blutbad tötete Tausende von Protestanten und machte Heinrich zum Champion des militanten Katholizismus.
Heinrich gründete die Katholische Liga, eine mächtige politische und militärische Organisation, die dem Schutz des katholischen Glaubens gewidmet war. Diese Organisation würde zur dominierenden Kraft in der französischen Politik werden.
Heinrichs Kombination aus militärischer Tüchtigkeit, religiösem Eifer und persönlichem Charisma machte ihn zum beliebtesten Mann Frankreichs. Sein prachtvolles Auftreten und sein Ruf als katholischer Held zogen Anhänger aus allen Gesellschaftsschichten an.
Heinrich unterzeichnete den geheimen Vertrag von Joinville mit Philipp II. von Spanien und erhielt spanische Subsidien zur Bekämpfung des Protestantismus. Dieses Bündnis machte ihn zum mächtigsten Gegner der französischen Monarchie.
Mit spanischer Unterstützung belebte Heinrich die Katholische Liga wieder und baute sie zu einer beeindruckenden Streitmacht aus, die weite Teile Frankreichs kontrollierte. Die Liga stellte nun eine größere Bedrohung für die königliche Autorität dar als je zuvor.
Heinrich errang einen bedeutenden Sieg über deutsche protestantische Söldner bei der Schlacht von Auneau. Dieser Triumph festigte seinen Ruf als der bedeutendste Feldherr Frankreichs und potentieller Herrscher.
Heinrich marschierte entgegen den Befehlen König Heinrichs III. in Paris ein und löste einen Volksaufstand aus, der als Tag der Barrikaden bekannt wurde. Die Pariser errichteten Barrikaden, um ihren Helden zu schützen, und zwangen den König zur Flucht.
Heinrich zwang König Heinrich III. zur Unterzeichnung des Edikts der Union, das ihn zum Generalleutnant von Frankreich und praktisch zum Regenten des Königreichs machte. Seine Macht übertraf nun die des Königs selbst.
Heinrich wurde auf Befehl König Heinrichs III. von der königlichen Garde auf Schloss Blois ermordet. In den Gemach des Königs unter dem Vorwand einer Besprechung gelockt, wurde er von Attentätern überwältigt und erstochen, was seine Ambitionen auf den Thron beendete.